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Die Wahrheit über Soja Kosmodemjanskaja

Dienstag, 24. April 2012 12:16

aus: „Swobodnaja Pressa“
4. Mai 2010 09:45 | Sergej Turtschenko

Um die Heldentat der jungen Komsomolzin, der ersten Frau, die in den Jahren des Grossen Vaterländischen Krieges Held der Sowjetunion wurde, ranken sich bis heute zahlreiche Vermutungen und Klatschgeschichten

Die Geschichte der Heldentat Soja Kosmodemjanskajas erscheint im Grunde genommen schon seit der Kriegszeit wie eine Sammlung ausgewählter Texte zu Unterrichtszwecken. Wie darüber gesprochen wird, wurde irgendwie festgeschrieben. Nichtsdestoweniger erscheinen in der Presse, nicht zuletzt auch im Internet, nun auch noch irgendwelche „Offenbarungen“ eines heutigen Historikers: Soja Kosmodemjanskaja sei nicht eine Verteidigerin des Vaterlandes gewesen, sondern eine Brandstifterin, die Dörfer am Rande Moskaus zerstört, und damit die örtliche Bevölkerung bei der grimmigen Kälte zum Untergang verdammt habe. Deshalb hätten sie angeblich die Bewohner von Petrischtschewo selbst ergriffen und an die Okkupationsmacht verraten. Und als das Mädchen hingerichtet worden sei, hätten die Bauern sie angeblich sogar verflucht.

Die „geheime“ Mission

Selten entsteht eine Lüge auf einem leeren Fleck, alle möglichen „Geheimnisse“ und unausgesprochene offizielle Deutungen der Ereignisse sind ein Nährboden dafür. Einige Umstände von Sojas Heldentat waren geheimgehalten worden, und daher wurden sie von Anfang an auch etwas verzerrt dargestellt. Sogar bis in jüngste Zeit war nach den offiziellen Versionen nicht eindeutig bestimmt, wer sie war, und was sie in Petrischtschewo konkret gemacht hat. Man nannte Soja eine Moskauer Komsomolzin, die sich ins Hinterland des Feindes begeben hatte, um Partisanen- und Aufkläreraufgaben zu erfüllen und in Petrischtschewo bei der Ausführung der Kampfaufgabe gefaßt wurde.
Unlängst lernte ich die Veteranin des Frontnachrichtendienstes Alexandra Potapowna Fedulina kennen, die Soja gut kannte. Die alte Kundschafterin berichtete:

„Soja Kosmodemjanskaja war keine Partisanin. Sie war eine Rotarmistin in der Diversionsbrigade, die der berühmte Artur Karlowitsch Sprogis führte.

Im Juni 1941 bildete er den besonderen Truppenteil № 9903 für die Durchführung von Diversionshandlungen im Hinterland der gegnerischen Armeen. Sie war gebildet worden von Freiwilligen aus Komsomol-Organisationen Moskaus und des Moskauer Gebietes, und der Kommandeursbestand wurde aus den Hörern der Frunse-Militärakademie zusammengestellt. Während der Schlacht bei Moskau wurden in diesem Kundschafter-Truppenteil der Westfront war 50 Kampfgruppen und Abteilungen vorbereitet. Insgesamt waren von September 1941 bis Februar 1942 89 von ihnen ins Hinterland des Gegners vorgedrungen. Sie vernichteten 3.500 deutsche Soldaten und Offiziere, liquidierten 36 Verräter, sprengten 13 Tanks mit Brennstoff und 14 Panzer. In Oktober 1941 lernte ich zusammen mit Soja Kosmodemjanskaja in einer Gruppe an der Kundschafterschule der Brigade. Später gingen wir zusammen zu Spezialaufträgen ins Hinterland des Feindes. In November 1941 wurde ich verwundet, und als ich aus dem Lazarett zurückkam, erfuhr ich die tragische Nachricht über Sojas Märtyrertod

„Aber warum haben Sie darüber so lange geschwiegen, daß Soja eine Frontsoldatin der Roten Armee war?“ fragte ich Frau Fedulina interessiert.
„Weil die Dokumente, die den Kampfauftrag – insbesondere von Sprogis’ Brigade– beinhalten, geheimgehalten wurden. Später wurde mir ermöglicht, mich mit dem seit einiger Zeit freigegebenen Befehl des Stabes des Obersten Befehlshabers № 0428 vom 17. November 1941, bekanntzumachen, welcher von Stalin unterschrieben worden war. Ich zitiere: Man muß «der deutschen Armee der Möglichkeit entziehen, sich in den Dörfern und den Städten einzurichten, die deutschen Eroberer aus allen besiedelten Punkten aufs Feld in die Kälte hinauswerfen, sie aus allen Räumen und warmen Zufluchtsorten ausräuchern und zwingen unter freiem Himmel zu frieren. Es sind alle besiedelten Punkte im Hinterland der deutschen Armeen in einer Entfernung 40-60 km in der Tiefe von der Hauptkampflinie und auf 20-30 km nach rechts und nach links von den Wegen zu zerstören und niederzubrennen. Für die Vernichtung der besiedelten Punkte im angegebenen Handlungsraum, hat die Luftflotte sofort zu bombardieren, mit Artillerie und Minenwerfern, mit den Abteilungen der Aufklärer, Skilruppen, die mit Flaschen mit Zündsatz, mit Granaten und von den Sprengmitteln versehen sind, ist ein breites Feuer zu eröffnen. Beim erzwungenen Rückzug unserer Truppen…. hat die sowjetische Bevölkerung unbedingt fortzuführen, ausnahmslos alle besiedelten Punkte zu zerstören, so daß der Gegner sie nicht verwenden kann».

Eine solche Aufgabe erfüllten im Moskauer Gebiet die Kämpfer der Abteilung von Sprogis, einschließlich der Rotarmistin Soja Kosmodemjanskaja. Wahrscheinlich wollten die Führung des Landes und der Streitkräfte nach dem Krieg keine Informationen darüber verbreiten, daß die Kämpfer der Sowjetarmee im Moskauer Gebiet Dörfer niederbrannten, und deshalb war es lange Zeit nicht wünschenswert, den obengenannten Befehl des Stabes und andere derartige Dokumente freizugeben.

Natürlich wirft dieser Befehl ein sehr ungesundes und vieldeutiges Licht auf die Moskauer Schlacht. Aber die Wirklichkeit des Krieges ist wesentlich grausamer, als unsere heutigen Vorstellungen darüber. Es ist nicht bekannt, wie diese blutigste Schlacht des Zweiten Weltkrieges ausgegangen wäre, wenn die Faschisten die Möglichkeit gehabt hätten, sich in den geheizten ländlichen Hütten auszuruhen und in den Kolchoskantinen die Taschen zu füllen. Aus diesem Grunde bemühten sich viele Kämpfer der Abteilung von Sprogis, nur jene Hütten anzuzünden und zu sprengen, wo sich die Faschisten einquartiert und ihre Stäbe eingerichtet hatten. Man braucht auch sicherlich nicht zu betonen, daß es, wenn der Kampf um Leben oder Tod geht, für das Handeln der Menschen wenigstens zwei Wahrheiten gibt: die eine – eine menschliche (um jeden Preis zu überleben), die andere – eine heldenhafte (die Bereitschaft zur Selbstaufopferung für den Sieg). Gerade das Aufeinanderprallen dieser zwei Wahrheiten geschah 1941 und geschieht auch heute, wenn es um die Sojas Heldentat geht.

Was geschah in Petrischtschewo?

In der Nacht vom 21. zum 22. November 1941 überquerte Soja Kosmodemjanskaja mit ihrer speziellen Diversions- und Aufklärungsgruppe von 10 Personen die Frontlinie. Schon auf besetztem Gebiete trafen die Kämpfer in der Tiefe des Waldes auf eine feindliche Streife. Einer kam um, ein anderer lief vor Angst zurück, und nur drei – der Kommandeur der Gruppe Boris Krajnov, Soja Kosmodemjanskaja und der Komsomolorganisator der Aufklärerschule Wassili Klubkow setzten ihren Weg entsprechend der zuvor festgelegten Strecke fort. In die Nacht vom 27. zum 28. November erreichten sie das Dorf Petrischtschewo, wo sie den Auftrag hatten, neben anderen militärischen Objekten der Nazis, den unter einem Pferdestall sorgfältig getarnten Stützpunkt der funk- und nachrichtentechnischen Aufklärung zu zerstören.

Der Älteste, Boris Krajnow, legte die Aufgaben fest: Soja Kosmodemjanskaja hatte in den südlichen Teil des Dorfes vorzudringen und mit Brandflaschen diejenigen Häuser zu zerstören, wo sich die Deutschen einquartiert hatten, Boris Krajnow sollte sich den zentralen Teil des Dorfes vornehmen, wo der Stab untergebracht war, und Wassili Klubkow den nördlichen. Soja Kosmodemjanskaja hatte ihren Kampfauftrag erfolgreich ausgeführt und mit den Brandflaschen zwei Häuser und ein feindliches Auto zerstört. Doch hat beim Rückzug in der Wald, als sie schon weit vom Ort des Anschlags entfernt war, bemerkte sie Ortsälteste Swiridow. Er rief die Faschisten herbei. Und Soja wurde verhaftet. Die dankbaren Besatzer füllten Swiridow ein Glas mit Wodka, wie die Dorfbewohner Petrischtschewo nach der Befreiung erzählten.

Soja wurde lange und bestialisch verhört, aber gab keine Information weiter, weder über die Abteilung, noch darüber, wo ihre Genossen warten sollten. Doch bald darauf hatten die Faschisten auch Wassili Klubkow festgenommen. Er bekam es mit der Angst zu tun erzählte und zeigte ihnen alles, was er wußte. Wie durch ein Wunder schaffte es Boris Krajnow, in den Wald zu entkommen.

Der Verräter

In der Folge wurde Klubkow von den faschistischen Spionen umgedreht und mit einer „Legende“ über seine Flucht aus der Gefangenschaft zurück in die Abteilung von Sprogis geschickt. Aber dort hat man ihn schnell überführt. Beim Verhör berichtete Klubkow von Sojas Heldentat.

Aus dem Verhörprotokoll vom 11. und 12. März 1942

„Frage: Präzisieren Sie die Umstände, unter denen Sie in Gefangenschaft geraten sind?

Antwort: Als ich zu dem mir bestimmten Haus kam, habe ich die Brandflasche angebrochen und geworfen, aber sie ging nicht in Flammen auf. Da sah ich in der Nähe von mir zwei deutsche Posten und ich bekam Angst, und lief in den Wald, der 300 Metern vom Dorf gelegen ist. Als kaum in der Wald gelangt war, haben sich zwei deutschen Soldaten auf mich geworfen, haben mir die Pistole mit den Patronen, die Taschen mit fünf Brandflaschen und die Notration abgenommen, wobei auch ein Liter Wodka war.

Frage: Welche Aussagen haben Sie dem Offizier der deutschen Armee gemacht?

Antwort: Als mich dem Offizier übergaben, hatte ich Angst und erzählte, daß wir zu dritt gekommen sind und nannte die Namen Krainow und Kosmodemjanskaja. Der Offizier gab den deutschen Soldaten auf Deutsch irgendeinen Befehl, sie gingen schnell aus dem Haus und brachten nach einigen Minuten Soja Kosmodemjanskaja. Ob sie auch Krajnow gefaßt, weiß ich nicht.

Frage: Waren Sie beim Verhör Kosmodemjanskajas anwesend?

Antwort: Ja, ich war anwesend. Der Offizier fragte sie, wie sie das Dorf angezündet hat. Sie antwortete, daß sie das Dorf nicht angezündet hat. Danach begann der Offizier, Soja zu verprügeln und forderte Aussagen, aber sie lehnte es kategorisch, ab zu antworten. Während ihrer Anwesenheit gab ich dem Offizier an, daß sie wirklich Soja Kosmodemjanskaja ist, die zusammen mit mir ins Dorf gekommen war, um Diversionsakte auszuführen, und daß sie den südlichen Rand des Dorfes angezündet hat. Auch danach antwortete Kosmodemjanskaja nicht auf die Fragen des Offiziers. Als sie sahen, daß Soja schweigt, zogen einige Offiziere sie nackt aus und verprügelten sie, um Aussagen zu bekommen, 2 – 3 Stunden brutal mit Gummiknüppeln. Kosmodemjanskaja erklärte den Offizieren: ‚Töten Sie mich, ich werde Ihnen nichts erzählen.’ Danach wurde sie abgeführt, und ich sah sie nicht mehr.“

Aus dem Verhörprotokoll der A.W.Smirnowa vom 12. Mai 1942:
„Am folgenden Tag nach dem Brand befand ich mich bei meinem verbrannten Haus, da kam die Bürgerin Solina zu mir und sagte: ‚Gehen wir, ich werde dir zeigen, wer dich angezündet hat.’ Nach diesen von ihr gesagten Worten sind wir zusammen ins Haus von Kulikow gegangen, wo sich der Stab eingerichtet hatte. Als wir ins Haus gingen, haben Soja Kosmodemjanskaja gesehen, die von deutschen Soldaten bewacht wurde. Ich und Solina fingen an, sie zu beschimpfen, außer dem Schimpfen habe ich auf Kosmodemjanskaja zwei Mal mit dem Fausthandschuh ausgeholt, und Solina hat sie mit der Hand geschlagen. Weiter hat uns Walentina Kulik nicht erlaubt, die Partisanin zu verhöhnen, da sie uns aus dem Haus warf. Während der Hinrichtung von Soja Kosmodemjanskaja, als die Deutschen sie zum Galgen brachten, ich habe einen Holzstab genommen, bin zu dem Mädchen hingegangen habe sie vor den Augen aller Anwesenden auf die Beine geschlagen. Es war in jenen Moment, als die Partisanin unter dem Galgen stand, was ich dabei sagte, ist mir nicht mehr in Erinnerung.“

Die Hinrichtung

Aus den Aussagen des Einwohners des Dorfes Petrischtschewo W.A.Kulika: „Man hatte ihr ein Schild umgehängt, auf dem auf russisch und deutsch geschrieben war: „Brandstifterin“. Sie wurde unter den Armen gegriffen und zum Galgen geführt, da wegen der Foltern schon nicht mehr selbständig gehen konnte. Um den Galgen herum standen viele Deutsche und Einwohner. Als man sie zum Galgen brachte, begann man, sie zu fotografieren.

Sie rief laut: ‚Bürger! Steht nicht herum, schaut nicht zu, man muß der Armee helfen, zu kämpfen! Mein Tod für die Heimat ist das Ergebnis meines Lebens.’“ Dann sagte sie: ‚Genossen, der Sieg wird unser sein. Deutsche Soldaten, noch ist es nicht zu spät, begebt euch in Gefangenschaft. Die Sowjetunion ist unbesiegbar und sie wird nicht besiegt werden.’ Das sagte sie alles in dem Moment, als sie fotografiert wurde.

Dann stellten sie einen Kasten hin. Sie stieg ohne jeden Befehl, woher sie die Kräfte nahm, von selbst auf den Kasten. Ein Deutscher kam hinzu und begann, die Schlinge anzuziehen. In dieser Zeit rief sie: ‚Wie viele von uns ihr auch erhängen werdet, ihr werdet uns nicht alle umbringen, wir sind 170 Millionen! Aber unsere Genossen werden sich für mich an euch rächen.’ Das sagte sie schon mit der Schlinge um den Hals gesagt. Sie wollte etwas noch sagen, aber in diesen Moment wurde der Kasten unter ihren Füßen weggestoßen, und sie wurde erhängt. Instinktiv hat noch mit der Hand nach dem Strick gegriffen, aber der Deutsche schlug ihr auf den Arm. Danach wurde sie abgetrennt.“

Einen ganzen Monat lag der Leichnam des Mädchens im Zentrum von Petrischtschewo. Erst am 1. Januar 1942 erlaubten es die Deutschen den Bewohnern, Soja zu begraben.

Jedem das Seine

In der Januarnacht 1942 während der Kämpfe um Moshajsk kamen einige Journalisten in eine vom Brand verschonte ländliche Hütten im Rayon Puschkino. Der „Prawda“-Korrespondent Pjotr Lidow unterhielt sich mit einem betagten Bauern, der ihm erzählte, daß ihn die Okkupation im Dorf Petrischtschewo überrascht habe, wo er die Todesstrafe irgendeines Moskauer Mädchens gesehen habe: „Als man sie erhängte, hielt sie eine Rede. Man wollte sie erhängen, und sie drohte ihnen allen…“

Die Erzählung dieses Alten war für Lidow so erschütternd, daß er noch in der selben Nacht nach Petrischtschewo ging. Der Korrespondent fand keine Ruhe, bis er nicht mit allen Einwohnern des Dorfes gesprochen hatte und alle Einzelheiten des Ermordung unserer russischen Jeanne d’Arc – so nannte er die Hingerichtete, die er für eine Partisanin hielt. Bald darauf kehrte er zusammen mit dem Bildberichterstatter der „Prawda“, Sergej Strunnikow, zurück. Das Grab wurde geöffnet, ein Foto gemacht und den Partisanen gezeigt.

Einer der Partisanen aus der Werejsker Abteilung erkannte in der Hingerichteten das Mädchen, welchem er am Tag, bevor sich die Tragödie von Petrischtschwewo ereignet hatte, im Wald begegnet war. Sie hatte sich Tanja genannt. Unter diesem Namen ging die Heldin in den Artikel Lidows ein. Erst später hat sich dann herausgestellt, daß dies ein Pseudonym war, das Soja sich zwecks der Konspiration zugelegt hatte.

Den tatsächlichen Namen der in Petrischtschewo Anfang Februar 1942 Hingerichteten ermittelte erst die Kommission des Moskauer Stadtkomitees des Komsomol. In der Akte vom 4. Februar wurde festgestellt:

«1. Die Bürger des Dorfes Petrischtschewo (es folgen die Nachnamen) haben an Hand der von der Aufklärungsabteilung des Stabes der Westfront vorgelegten Fotografien erkannt, daß es sich hier bei der Hingerichteten um die Komsomolzin Soja A. Kosmodemjanskaja handelt.

2. Die Kommission nahm die Öffnung des Gräbes vor, wo Soja Anatoljewna Kosmodemjanskaja beerdigt worden war. Die Besichtigung der Leiche… hat noch einmal bestätigt, daß die Hingerichtete die Genossin Sonja A. Kosmodemjanskaja ist.

Am 5. Februar 1942 bereitete die Kommission des Moskauer Stadtkomitees des Komsomol ein Schreiben vor, mit dem Vorschlag, Soja Kosmodemjanskaja zur postumen Verleihung des Titels „Held der Sowjetunion“ vorzuschlagen. Und bereits am 16. Februar 1942 wurde ein entsprechender Beschluß des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR gefaßt. Daraufhin wurde die Rotarmistin Soja Anatoljewna Kosmodemjanskaja als erste Frau im Grossen Vaterländischen Krieg mit dem Goldenen Stern eines „Helden der Sowjetunion“ geehrt.

Der Dorfälteste Swiridow, der Verräter Klubkow, und die Kollaborateure der Faschisten Sdolina und Smirnowa wurden zur Höchststrafe verurteilt.

Übersetzung: W. Schmidt
Quelle: http://svpressa.ru/war/article/24767/

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„Die Linke bleibt links“ JW 20./21.03.2010, S.3

Sonntag, 21. März 2010 13:04

Schon in der Überschrift ist die Unwahrheit verankert. Schade, daß die Junge Welt solche Artikel von einem Mitglied des Bundesvorstandes der Partei „Die Linke“, Thies Gleiss, kommentarlos druckt.  Sattdessen druckt sie in Auszügen Kommentare der bürgelichen Medien wie die WAZ und Spiegel-online.

Überhaupt fällt mir auf, daß die JW viel zu oft „Die Linke“ – freundlich bleibt. Gerade bezüglich der sich links nennenden längst sozialdemokratischen Partei erwarte ich persönlich von der JW mehr Kritik. Es gibt jede Menge Leser, die bemüht sind, sich im politischen Wirrwarr zurechtzufinden. Mit solch kommentarlosen Artikeln werden diese noch mehr verwirrt und in die falsche Richtung gebracht.

Die Überschrift zum Programmentwurf impliziert, daß „Die Linke“ bisher links war und es auch bleibt. FALSCH! Diese Partei hat sich an die Marktwirtschaft längst angepaßt. Sie hat längst, das schrieb ich schon an anderer Stelle, sozialdemokratische Positionen eingenommen. Auch aus diesem Programmentwurf geht nicht hervor, daß sie die Marktwirtschaft überwinden und durch eine sozialistische Gesellschaftsordnung ersetzen will.

  • Strukturbestimmende Großbetriebe der Wirtschaft wollen wir in demokratische gesellschaftliche Eigentumsformen überführen und kapitalistisches Eigentum überwinden.

    Das ist ganz und gar nichts Neues in der Marktwirtschaft. Energie, Bahn, Post, Telekommunikation waren staatlich, auch unter kaptalistischen Produktionsbedingungen, wurden erst nach und nach in den letzten Jahren privatisiert. Wir erleben ja gerade den Prozeß, wie der Staat immer mehr Eigentum, privatisiert um vorübergehend etwas Geld in die Staatskasse zu bekommen. Geld, das für Kriege ausgegeben wird, zu Lasten der Bevölkerung.Nichts steht geschrieben von Überwindung der Marktwirtschaft, von Überwindung des privatkapitalistischen, die Ausbeutung der Menschen verursachenden Eigentums überhaupt. Nichts steht geschrieben von der Schaffung sozialistischer Produktionsverhältnisse! „Enteignung und Entmachtung der Herrschenden ist wahrscheinlich nur selten ein Akt der Regierung. Sie wird Ergebnis eines Kampfes der Nicht-Herrschenden um Wiederaneignung sein“ Die Verstaatlichung der genannten strukturbestimmender Unternehmen könnte durch die Regierung selbst erfolgen? – es kann auch sein, daß dazu der Protest der Bevölkerung eingesetzt werden muß? So ein Schwachsinn. Geht doch die Entwicklung des Imperialismus immer mehr in Richtung internationaler Konzerne, internationaler Banken, deren Verwirklichung selbst die Privatisierung voraussetzt. Das Bündeln der Macht nicht nur auf nationaler, sondern auf internationaler Ebene in immer weniger Hände. Und was, bitteschön, versteht man unter „demokratischen gesellschaftlichen Eigentumsformen“? Ganz nach dem Motto: nicht mit dem Grundgesetz kollidieren, „demokratisch“ bezeichnet sich dieser höchst undemokratische Staat BRD selbst, um die eigene Bevölkerung irrezuführen. Das Schreckgespenst „Diktatur des Proletariats“ wird immernoch erfolgreich abschreckend genug dargestellt.

  • Die Partei Die Linke ist… Ergebnis der realen Klassenkämpfe – von Kampf gegen den Faschismus, der Friedensbewegung, des Aufbruchs von 1968, der Frauenbewegung bis zur Umweltbewegung und den Protesten gegen HartzIV von heute.

    Nein! Die Partei „Die Linke“ ist Ergebnis konterrevolutionärer Prozesse innerhalb und außerhalb dieser Partei noch als „SED“. Worauf beruft sich „Die Linke“ hier? Weiter oben wird lediglich ein „Sozialismusversuch“ konstatiert. Wo bleibt die Absicht, auf den Erfahrungen beim Aufbau des Sozialismus in der DDR aufzubauen, dort anzusetzen, um den Prozeß fortzuführen? Wo bleibt mehr Wachsamkeit gegenüber dem Klassenfeind zu wahren, eine wiederholte Unterwanderung vermeiden zu wollen? Nein, man baut auf auf sozialen Prostetbewegungen, die zum sprachlichen Kunststück „Soziale Merktwirtschaft“ führten. Marktwitschaft ist niemals sozial, wird sie niemals sein. Soziale Errungenschaften waren einzig möglich durch die Existenz der sozialistischen Länder. Wir erleben gerade, wie sie massiv abgebaut werden, eben weil es keine sozialistischen Länder mehr in Europa gibt, eben weil es die Gesetze der Marktwirtschaft so und nicht anders diktieren.

  • „Die Linke wird sich an keiner Regierung beteiligen, die Privatisierungen vornimmt, Sozial- oder Arbeitsplatzabbau betreibt. (…) die Kriege führt und Kampfeinsätze der Bundeswehr im Ausland zuläßt, die Aufrüstung und Militarisierung vorantreibt.

    Diese Aussage ist eine Lüge, ein Hohn, nichts sonst. Die Partei „Die Linke“ beteiligt sich gerade an dieser Regierung auf verschiedenen Länderebenen. Die Partei „Die Linke“ strebt es an, ihre Beteiligung auf Länderebene auszubauen und eine Beteiligung auf Bundesebene zu erlangen. Einzig: sie protestiert gegen die deutsche Beteiligung am Afghanistankrieg. Das ist gut so! Alles andere wird von ihr mit abgenickt. Wer nahm denn zum Beispiel die Privatisierung sozialer Wohnungen in Berlin vor?

Insgesamt festigt die Partei „Die Linke“ mit diesem Programmentwurf ihre sozialdemokratischen Positionen. Ich gehe davon aus, daß der Entwurf in dieser Forum noch einige Korrekturen erhält. Warten wir ab, was unter dem Strich dann noch übrigbleibt.

Ich habe mir aus dem Artikel der JW nur ein paar markante Punkte herausgegriffen, habe mir den Programmentwurf insgesamt auf der Website der Partei „Die Linke“ angesehen. Mit meiner Kritik will ich nur Anregung zum kritschen Lesen des Entwurfes geben. Nichts war und ist an dieser Partei links, seit sie die Zerschlagung der DDR entscheidend mit zu verantworten hat. Sie hat sich auch mit diesem Programmentwurf nicht einen Millimeter nach links bewegt.

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„Anschluß angebahnt“

Mittwoch, 10. Februar 2010 11:36

Junge Welt vom 6./7. Februar 2010  – ein lesenswerter und informativer Artikel über die Vorbereitung der Vereinnahmung der DDR-Wirtschaft und der Nichtachtung ostdeutscher Politiker durch, allen voran, Helmut Kohl.

Auf den Artikel selbst will ich hier nicht eingehen, dieser bedarf keines Kommentares. Nur dieses Foto, das in der „Jungen Welt“ abgebildet ist – es spricht Bände!

romberg.jpg

Rechts: DDR-Finanzminister Walter Romberg, links: Staatssekretar der BRD Horst Köhler. Wie konnte sich Romberg nur derart anbiedern. Ein solcher „Bückling“ als Minister vor dem Staatssekretär! Und Köhler stocksteif, hocherhobenen Hauptes mit dem Grínsen eines Okkupanten.

Hätten die letzten Politiker der DDR sich etwas weniger verbeugt und mehr wachsame Augen für die Prozesse statt für die neueste Schuhmode gehabt! Stattdessen haben sie sich allesamt überfahren und ins Abseits stellen lassen – mit einer großen Verbeugung…

So betrachtet – sie mußten abgestraft werden für derartiges Verhalten – leider wurde ein ganzes Volk abgestraft und entmündigt.

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Günter Schabowski, Bildzeitung vom 09.11.2009

Mittwoch, 11. November 2009 13:15

Zitat: „Daß die ganze Welt jetzt in Berlin feiert, beweist, daß alles richtig gelaufen ist. Ich bereue nichts.“

Vermutlich würden seine Eltern spätestens nach dieser Aussage bereuen, ihn jemals gezeugt zu haben. – Und sowas war mal Mitglied des Politbüros des ZK der SED!

Frage: War Günter Schabowski einer derer, die sich von Stay behind Armeen hat kaufen lassen, um das Ende des Sozialismus herbeizuführen?

Bestimmt lebt er jetzt wohlhabend und gesponsert von diesen Geheimdiensten seinem natürlichen Ende entgegen. Wieviel hat er wohl für diesen Dienst entgegengenommen? Kennt er Arbeitslosigkeit, Verzweiflung, Aussichtslosigkeit?

„Die ganze Welt feiert“ ? – WER? Ein paar Politiker, käufliche Elemente, die seit Jahren bemüht sind, Geschichte zu verfälschen.

Kein Volk feiert diesen Tag. Warum bloß?

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„Rußlands Weltraumaugen“ von Frank Preuß, JW vom 08.04.2009

Donnerstag, 23. April 2009 11:24

Beim Lesen des genannten Artikels stellte sich mir die Frage, welchen Sinn dieser verfolgt.
Hat Frank Preuß hier einfach einen Propaganda-Artikel der US-Navy überzetzt, der die Weltherrschaft der USA dokumentieren soll?
Wird der gesellschaftliche Fortschritt nur über bessere Waffentechnik erfolgen – und folglich, da hier die USA das Sagen haben, vollkommen stagnieren bzw. rückläufig sein?
Der Sieg hängt also, lt. Frank Preuß, nur von der Treffsicherheit der Raketen und Bomben ab? – Sprich Widerstand ist von vornherein sinnlos?
2 m bis 0,2 m Treffsicherheit? Das zweifle ich von vornherein an. Woher dann die „versehentlichen“ Treffer von humanitären Einrichtungen, die nicht beabsichtigt waren?
Anstelle der Übersetzung (das unterstelle ich) eines solchen amerikanischen Propagandaartikels sollte die „Junge Welt“ besser Ausschnitte aus Daniele Gansers Buch „NATO Geheimarmeen in Europa“ diskutieren und damit den Menschen die Augen öffnen, was tatsächlich auf der Welt vor sich geht wie:
– Ausschreitungen, Plünderungen usw. bei großen Demos gegen die Nato oder gegen sozialen Kahlschlag
– Zerstörungen in Moldawien nach dem Wahlsieg der KP. Diese Geheimarmeen existieren heute viel ungenierter fort. Nie wurden sie aufgelöst! Ich glaube doch nicht an Märchen.
Und auch die sogenannte Wiedervereinigung Deutschlands muß unter ganz anderen Aspekten, nämlich der der Geheimarmeen, betrachten werden, um der Wahreit darüber ein kleines Stück näherzukommen. Es sollten Zusammenhänge und Hintergründe aufgezeigt werden.
Stattdessen schreibt sie u.a. auch von „friedlichen“ Natogegenern, die zu unrecht in Gewahrsam genommen wurden, weil sie eine Eisenstange, ein Beil und große Steine bei sich trugen. Wer demonstriert so bewaffnet friedlich? Aber Hallo! Es gibt ganz besimmt bessere Beispiele.

Was mich auch ärgert in den JW -Berichterstattungen: Es wird angeprangert, daß in Kriegen wie der der USA und Nato im Irak, Afghanistan und der Aggressionen Israels in Palästina Mittel angewendet, Ziele bombardiert werden, die gegen humanitäre Menschenrechte verstoßen. Welche Kriege entsprechen denn „humanitären Menschenrechten“? Beides ist miteinander überhaupt nicht vereinbar!

Desweiteren muß ich mir Luft machen, was die JW – Artikel betrifft bezüglich Krise, Kurzarbeit, Entlassungen, sozialer Abbau. – Klingt da jedesmal Empörung und Verwunderung mit?
Wer Marx und Lenin studiert hat, erwartet nichts anderes von diesem Imperialismuns, das sind doch ganz normale Gesetzmäßigkeiten. Wundern und empören muß man sich über die Untätigkeit, die politische Blindheit der Massen, deren grenzenlose Dumnmheit und Desinteresse an gesellschaftlichen Prozessen, am Leben der Menschen neben sich und in anderen Ländern. Die Mehrzahl der Menschen in diesem Land denkt doch nur noch an sich selbst. Das nenne ich Armut!

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Markus Wolf – Letzte Gespräche

Dienstag, 4. September 2007 17:55

Iwonne schickte mir das Buch. Samstag kam es an. Habe ich mich gefreut! Ich habe geweint, als ich es in den Händen hielt. Markus Wolf war für mich nach 1989 zu einem Idol geworden. Es würde nicht einfach sein für mich, dieses Buch zu lesen. Erinnerungen an mein Leben in der DDR und deren jähes Ende würden hochkommen, mehr als sonst. Samstag fing ich gleich zu lesen an, im Auto auf der Fahrt zu Moni. Heute, Dienstag habe ich es bereits ausgelesen. Ich, die sonst so langsam liest, habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Die ersten 2/3 des Buches, die weit zurückgingen in die Zeit des Faschismus, seiner Anfänge, ergriffen mich eigenartig. Parallelen zu heute zeigten sich. Emigration nach Russland, dort Verfolgung vieler Kommunisten durch Stalin… inzwischen ist bekannt, was in dieser Zeit Schreckliches geschah. Die Familie Wolf blieb verschont.

Beim Lesen des letzten Drittels überkamen mich Zweifel an dem, was ich las. Markus Wolf widersprach sich an manchen Stellen. Seine Auskünfte über das, was unmittelbar mit der Zerschlagung der DDR zu tun hatte, wurden sehr unschlüssig, teilweise karg. Ausweichen auf Nebensächliches. Immer darauf bedacht, sich selbst im rechten Licht darzustellen und nichts, aber auch gar nichts preiszugeben. Widersprüche wurden deutlicher – inhaltliche Widersprüche! Ich begann immer mehr zu zweifeln. Warum sprach er immer von Koni und seinem Vater, von Freunden, der Mutter – wo doch die Fragen eindeutig seine Person betrafen?

Von Gorbatschow sprach Markus Wolf immernoch mit Achtung… Wer heutzutage hier in diesem Staat, in Amerika und anderswo so hochgelobt wird, hat nichts Gutes getan. Gorbatschow hat nach meinem Empfinden die DDR verscherbelt; hat auch die Sowjetunion verraten und verkauft und damit die sozialistischen Länder. Er war vom Westen gekauft – Reformen? – davon hatte er gesprochen, aber nichts zustande gekriegt. Die reformen selbst stammten m.E. aus der feder siener Frau, Philosophin, Theoretikerin – ohne den subjektiven Faktor zu beachten. Er hatte auf die falschen Leute gebaut. Heute wissen wir, wie man Konterrevolutionen vorbereitet. Nach demselben Muster, wie die DDR und die Sowjetunion „friedlich“ durch Wahlen verschwanden, ließ man ganz Osteuropa umkrempeln und macht es bis heute so überall auf der Welt. Eine oppositionelle Minderheit wir durch die Medien international übertrieben einflußreich dargestellt. Mit Geldern der Geheimdienste hat man schnell ein paar Leute gekauft, denen man Macht verspricht. Diese Minderheit zweifelt den Ausgang von Wahlen an – an dieser Stelle wieder der nicht zu verachtende Einfluß der Medien, manipulierte Berichtersttung, gefälschtes Bild- bzw. Filmmaterial, „internationale Empörung“ und der Rücktritt des gewählten Präsidenten erzwungen. Nein, Amerika und Westeuropa geben sich nicht einmal die Mühe ein anderes Szenario vorzubereiten, wo das alte doch so wunderbar funktioniert? Warum spricht Markus Wolf dennoch 2006 mit Achtung von Gorbatschow?

Schewardnadse sagte vor 2 Jahren in der Christiansen – Runde, man habe mit Gorbatschow, Genscher und den USA schon 1984 die Wiedervereinigung Deutchlands beschlossen. Schewardnadse hatte man dafür den Ministerpräsidentenposten in Georgien versprochen und reichliche Kredite. Den Posten konnte er gleich haben – die Kredite blieben aus. Deshalb nutze er die Talkshow, etwas Luft abzulassen. Und Markus Wolf, Chef der Aufklärung, befreundet mit Gorbatschow, will davon nichts gewußt haben? Lächerlich! 1983 quittierete er seinen Dienst als General der Aufklärung, widmete sich dem Schreiben von Büchern…. Ein Jahr vor diesem „Handel“. Ein Mann mit einem solchen Leben, solchen Aufgaben, zieht sich so einfach zurück, um nur noch Rentner zu sein? Unglaubwürdig. Schlag 0:00 Uhr 1989 steht er wieder auf der Matte – in Berlin auf dem Alex. Die Rechnung ging wohl nicht ganz auf – die Öffentlichkeit lehnte ihn ab. Das ist bekannt.

Was ich dann lese, mochte ich kaum zu glauben – seine Autobiografie läßt er in den USA schreiben und verlegen. Geht gar inhaltliche Kompromisse ein. Warum? – Weil er das Geld brauchte (sagt er)! An anderer Stelle sagt er, er sei nicht käuflich. Merkwürdig. Er erzählt von Treffen mit Politikern der BRD, von Talkshows auf denen er auftritt. Er vermarktet sich… Er reist, noch bis 2006 durch die ganze Welt. Wer hat diese Reisen finanziert, wo er doch angeblich nur 800 € Rente bezog? Er behielt seine vom Ministerium ihm zur Verfügung gestellte Datsche am See. Wer gewährte ihm diese Vergünstigungen? Sein Gerichtsprozeß – nur eine Schau? Sein Schweigen – erkauft? „Sagst Du nichts, lassen wir Dich in Ruhe.“? – Nach diesem Prinzip? Klar doch, dann kann man mit ehemaligen Klassengegnern, gegen die er ein Leben lang gekämpft hat, nebeneinander auf Konzerten, zu denen er eingeladen wird, sitzen, in Talkshows plaudern, ohne zu reden…

Für mich ist das alles äußerst widersprüchlich und unschlüssig. Und ich dachte doch wirklich, Markus Wolf war bis zuletzt ein aufrichiger unbeugsamer Mensch… Für mich eine herbe Enttäuschung. Nun hat Markus Wolf sein Wissen mit unter die Erde genommen, ohne Tabula rasa zu machen. Wie schlimm für die weitere Entwicklung Deutschlands…

Es ist schon immer so gewesen, seit Menschengedenken – die Geschichtsschreibung hat nichts damit zu tun, was sich wirklich historisch zutrug. Weil den Schreiberlingen von einer Seite diktiert wurde und wird und andere, die es besser wußten, lieber schwiegen und schweigen, die Wahrheiten mit ins Grab nahmen und nehmen.

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