HOCHGEWÜRGT UND AUSGESPUCKT…

…aus dem Arbeitsprozeß befinde ich mich im gesellschaftlichen Abseits. Eine der wichtigsten menschlichen Eigenschaften, das Solidarverhalten, scheint im Morast unserer Zeit verschüttet. Fast jeder denkt nur noch an sich, schweigt, schließt die Augen, duldet – aus ganz unterschiedlicher persönlicher Motivation.

Ich fand mich nach der Wende in einem menschenverachtenden System wieder, wo Schlagzeilen der Boulevardpresse oft das Denken der Menschen ersetzen, wo gedankenlos nachgeplappert wird, was man über die Medien hört. Immer wieder begegnen mir Menschen, die nie in der DDR gelebt haben, aber mir erzählen wollen, wie schrecklich es dort wirklich war. 1989 war mir klar: die Zeit arbeitet für eine bessere Gesellschaft, die den Kapitalismus unausweichlich ablösen wird. Erst nach und nach wurde mir bewußt, wie weit wir davon noch entfernt sind, weil viele Menschen ihre Zeit nicht zu reflektieren in der Lage sind oder nicht wollen. Andere sehen nur die Fehler, die in den sozialistischen Staaten gemacht wurden, nicht mehr. Das unterstützt jene Minderheit, die den egoistischen Prozeß des sozialen Kahlschlags, des Fremdenhasses und der Kriege unterstützen.

Bedingt duch meine Arbeitslosigkeit trotz hoher Qualifikation, der dadurch entstandenen Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben, den Verlust meiner „Wurzeln“ und einer zerstörten Ehe, aus der es, bedingt durch meine Arbeitslosigkeit, keinen Ausweg zu geben scheint, durchlebe ich seit Jahren üble reaktive Depressionen bis hin zu Suizidgedanken und einem Suizidversuch. Ich bin mir sicher, es geht sehr vielen anderen Menschen ganz genauso wie mir, die einen reden darüber, andere verkriechen sich und sind sprachlos geworden.

Für meine Gedanken zu meinem ganz persönlichen Leben und zu meiner Sicht auf Gesellschaft und Politik wähle ich ganz bewußt das Internet, um Gleichgesinnte zu erreichen, mit ihnen zu kommunizieren. Es wird Anfeindungen geben. Damit werde ich leben können. Es wird vielleicht einzelne zufällige Besucher meines Weblogs, die es noch nicht verlernt haben, nachdenken lassen. Vielleicht „verirren“ sich hierher Bekannte, neue Freunde, und lernen so eine andere Seite von mir kennen. Dann wird sich herausstellen, ob es nur „Bekannte“ oder doch „Freunde“ sind. Ich habe nur diese eine Meinung, habe nicht den Willen, mich in die eine oder andere Richtung zu verbiegen. Meinen Idealen bleibe ich treu.

Meine Einträge sind keinesweg nur aktuell oder chronologisch. Das ergäbe kein Bild von meinem Leben, von meiner Person. Viele Rückblicke auf mein Leben von Kind an lassen vielleicht verstehen, was mich heute aus der Bahn wirft und derart verbittert.

Der von mir gewählte Titel meines Weblogs hat nichts mir Reichtum als Vermögen zu tun – Reichtum als das Leben selbst.

Meine Beiträge sind unter „Kategorie“ und/oder im Archiv rechts  im Weblog zu finden.

Datum: Samstag, 1. September 2007 14:39
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Ein Kommentar

  1. karl-heinz vinzelberg
    Donnerstag, 14. Januar 2010 22:15
    1

    Hallo Petra,
    danke für diese Artikel!
    Habe ich hier eine aufrechte Kommunistin gefunden?Wenn ja,dann antworte mir bitte an die genannte E.Mail.Ich bin 60 Jahre alt,in der DDR
    aufgewachsen.War seid 1972-1989 Mitglied der SED.War Parteisekretär einer Parteigruppe und Kampfgruppenkommandeur,beides im treuen Glauben!Wie du nach der Wende ohne Heimat!Ich bin in diesen
    „Großdeutschland “ auch nicht angekommen.
    Laß uns Kontakt aufnehmen.Ich stehe noch im Arbeitsprozeß…..
    Mit den besten Wünschen für Dich,und auf eine aufrichtige Antwort hoffend..
    mit komm.Gruß Karl

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